Inklusion

TC Laubach sucht Mitstreiter

für neues Angebot Rollstuhltennis

Für den Tennisclub Laubach in der ehemaligen Residenzstadt an der Wetter war es im Frühjahr 2020 ein Experiment mit offenem Ausgang: Kann es gelingen, Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderung für den Tennissport im ländlichen Raum zu begeistern? Zwei Jahre hatte der rührige Verein überlegt, geplant, Expertengespräche geführt, Partner gesucht und mithilfe der "Aktion Mensch" und des HTVs umfassend die Werbetrommel gerührt.

Beim Aktionstag „Tennis für alle“, der hessenweit ersten Aktion dieser Art, kamen dann im Juli letzten Jahres über 30 Besucher mit Handicap zum Schnuppern. Am Ende traten neun von ihnen in den Verein ein und trainierten bis zum coronabedingten Lockdown auch fleißig ihre neue Sportart. Ihre Einschränkungen sind ganz unterschiedlicher Natur – von geistiger Behinderung über Schwerhörigkeit bis hin zu körperlichen Handicaps.

Wie Sven Klippert aus Hungen und Matthias Lederer aus Hofheim im Taunus. Beide sitzen seit Geburt im Rollstuhl, sind beste Freunde und wollen jetzt die Keimzelle einer neuen Trainingsgruppe innerhalb des TC Laubach bilden. Ab sofort wirbt der Verein ganz aktiv um Mitstreiter für die neuen Gruppe "Rollstuhltennis". Während des Corona-Lockdowns will man die Werbetrommel rühren, Sponsorengelder einwerben und alles vorbereiten. Sobald der strenge Lockdown aufgehoben und Sportanlagen wieder genutzt werden dürfen, will man dann mit möglichst vielen Interessenten ins Schnuppern und Trainieren einsteigen.

Dabei ist den Initiatoren wichtig, dass die neuen Sportler im "Rolli" keineswegs nur für sich spielen und trainieren, sondern voll und ganz ins sportliche und gesellige Leben des Laubacher Sportvereins integriert sind. "Wir haben aber gemerkt, dass es gerade beim Training für Anfänger Sinn macht, wenn es für uns Rollifahrer spezielle Angebote gibt", sagt der 34-jährige Sven Klippert, der im Beruf Verwaltungangestellter beim Regierungspräidium Gießen ist.

So sind die Anforderungen und Regeln für Rollstuhltennis leicht abgewandelt von jenen, die für gehende Sportler gelten. "Bei Rolli-Spielern darf der Tennisball auf der eigenen Seite zweimal aufkommen statt einmal, was den Spielern mehr Zeit gibt zum Reagieren", erläutert Rolf Heggen. Er ist der Beauftragte für Rollstuhltennis beim HTV und war bereits im Juli 2020 in Laubach zu Gast beim Aktionstag "Tennis für alle". Er lobte schon damals das  Engagement des Laubacher Vereins und freut sich auch heute über dessen Aktivitäten. "Es ist wirklich toll, was hier im ländlichen Raum als Angebot aufgezogen wird", macht der HTV-Referent deutlich. In ganz Hessen gibt es laut Heggen derzeit sechs Vereine, in denen Rollstuhl-Tennis gespielt wird, vielfach inklusiv in gemischten Teams mit je einem laufenden und rollenden Spieler. Genau das ist auch das Ziel des Laubacher Verein.

Wer also als Rollstuhlfahrer Interesse hat und in Mittelhessen lebt, kann sich ab sofort unter tennisfueralle@tc-laubach.de melden. Ansprechpartner im Verein für das Projekt ist Dirk Oßwald. Melden können sich Rollifahrer allen Alters und mit sowie ohne Vorerfahrung im (Tennis-)Sport. Infos zum Verein gibt es auch unter www.tc-laubach.de.

 

Bildunterschiften:
Die Freunde Matthias Lederer (vorne links) und Sven Klippert (2.v.l.) sind seit letztem Jahr Mitglied im Verein und bilden die Keimzelle der neuen Gruppe. Rolf Heggen, HTV-Referent für Rollstuhltennis, Anne Effe von Special Olympics, TC-Vorsitzender Martin Schmier und Inklusionsbeauftragter Dirk Oßwald (hintere Reihe von links) freuen sich auf viele Interessenten. Vorbilder sind die Rolli-Spieler aus dem nordhessischen Vellmar (vorne rechts), die seit Jahren inklusive Tennismannschaften haben.   Foto: Oßwald

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