Inklusion

Inklusion bei den Marburg Open 2019

"Tennis soll normal werden für jedermann."

In der vergangenen Saison gewann Friedhelm Meyer mit seinem Team ein Spiel der Tennis-Meisterschaft und da-bei auch sein Match im Doppel. Das ist nicht selbstverständlich. Denn der 64-Jährige aus Baunatal sitzt seit den 1990er-Jahren im Rollstuhl. Und doch tritt er mit einem Team des Vereins Argo Obervellmar in der Bezirksliga A Männer 30 in Nordhessen an. „Das erste Mal war es noch ein bisschen komisch“, sagt Meyer. „Es ist anders, als wenn man unter sich spielt.“ Der Hessische Tennis-Verband lebt Inklusion vor, indem Behinderte und Nichtbehinderte in den gleichen Ligen und Mannschaften gegeneinander antreten dürfen. „Da wird keine Rücksicht genommen“, hat Friedhelm Meyer festgestellt. Er schiebt hinterher: „Aber das wollen wir ja auch so.“ Seit gut drei Jahren gibt es den Verein Argo, was für „Academy Reha- und Gesundheitssport Obervellmar“ steht. Der Vorsitzende, Manfred Dockhorn, hat sich vorgenommen, sein Anliegen bekannter zu machen. „Wir wollen, dass Inklusion normal wird“, fasst er das übergeordnete Ziel zusammen. „Tennis soll normal werden für jedermann.“

Bei den Marburg Open gaben er und Meyer sowie der zweite Rollstuhltennisspieler des Vereins, Sascha Haase, ein paar Kostproben. Vor dem zweiten Doppel-Halbfinale schlugen sie ein paar Bälle. Im Mixed bestehend aus einem Rollstuhlfahrer und einem „Fußgänger“, wie sie die nichtbehinderten Spieler bezeichnen. Mit diesen gemischten Doppeln tritt Argo Obervellmar auch regelmäßig im Liga-betrieb an – gegen Mannschaften, die ausschließlich aus „Fußgängern“ bestehen.

Für die Rollstuhlfahrer gelten dabei die gleichen Regeln. Einzige Ausnahme: Werden sie angespielt, darf der Ball zweimal aufticken. Sportrehabilitations-Trainer Dockhorn war früher ein guter Tennisspieler, Anfang der 1990er-Jahre die Nummer 169 der deutschen Rangliste. Deshalb lag es nahe, dass bei der Argo auch Tennis angeboten wird.
Ein Glücksfall für Friedhelm Meyer, der vor drei Jahren beim Schnuppertraining das erste Mal einen Tennisschläger in der Hand hatte und so viel Spaß hatte, dass er dabei geblieben ist.
Diese hochinteressante Demonstration kam zustande durch die Vermittlung des hessischen Referenten für Rollstuhltennis und Behindertensport, Rolf Heggen, dem an dieser Stelle noch einmal gedankt sei.

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