Vereinsservice Aktuell

HTV on Tour: Beachtennis

Tage wie diese – unser Besuch bei den Beachboys aus Leeheim

Bericht von Nico Porges

Ein Mittwoch im Juni. Früher Abend. Leeheim im südhessischen Ried. Die Sonne brennt. Die Frisur sitzt. Noch.

Die Klimaanlage meiner Familienkutsche hat uns wohlige Temperaturen vorgegaukelt, doch nun ist der Schock umso größer. Der Parkplatz reflektiert erbarmungslos die Hitze des Tages. Das Hemd klebt nach kürzester Zeit am Körper. Das kann eine heiße Nummer werden.

Maurice Murgilas erwartet uns schon. Er war unser Erstkontakt zu den selbsternannten Leehmer Beachboys. Die Telefonate mit ihm haben uns neugierig gemacht. Und er ist auch der Grund, warum wir uns heute ins schöne Ried aufgemacht haben. Er lächelt, das ist schon einmal ein gutes Zeichen.

Nach einem kurzen Fußmarsch über die weitläufige Mehrzweckanlage des FC Germania Leeheim kommen wir zur Stätte des Geschehens. Rund 20 Männer unterschiedlichen Alters tummeln sich hier ausgelassen und voller Vorfreude auf das, was da noch kommt. Auch Teile des Vorstands sind anwesend und erweisen uns die Ehre. Hannelore Pletz und Stefan Nold, die beiden Vorsitzenden vom Hauptverein und Christine Kerpen, die Jugendwartin der Tennissparte, haben sich eingefunden. Wir werden ungemein freundlich begrüßt. So viel Wohlwollen hatten wir als Vertreter des bösen HTV gar nicht erwartet. Doch hier in Leeheim scheinen die Uhren etwas anders zu ticken. Vielleicht ist unser schlechter Ruf aber auch noch nicht bis hierher durchgedrungen.

Während aus dem Lautsprecher die Toten Hosen Tage wie diese verklären, merken wir schnell, dass dieser tatsächlich etwas Besonderes werden könnte. Die Stimmung ist ausgelassen, es wird geflachst, die Bässe wummern, und die Plätze wurden ausgiebig gewässert. Das hat zwar nichts gebracht, aber der extrem optimistische Versuch der Sommerhitze zu trotzen, hat einen gewissen Charme und war es allemal wert. Zumal es sich in diesem Fall nicht um profanes, rotes Ziegelmehl handelt. Die drei Ascheplätze liegen zwar direkt nebenan, aber unser Geläuf besteht aus echtem Rheinsand – für den teureren Mainsand - so wird uns später erklärt - hat das Budget leider noch nicht gereicht.

Hier und heute bleiben also die Tennisschuhe in der Tasche, denn an diesem Abend geht es baren Fußes um Beachtennis - einer in Deutschland bisher nicht besonders verbreiteten Trendsportart. Auch die Tennisherren 30 des FC Germania Leeheim fanden eher zufällig zu ihrem neuen Hobby, nachdem einer der Jungs den Sport aus dem Saarland mitbrachte. Mit voller Begeisterung nach der ersten Trainingseinheit war für sie jedoch schnell klar, dass sie Beach Tennis öfter spielen wollen. Drei bereits vorhandene Beach Volleyballplätze wurden kurzerhand umfunktioniert, spezielle Padel-Schläger in Italien bestellt, drucklose Bälle besorgt, und schon konnte es losgehen.

Was aus dieser Idee geworden ist, konnten wir dann schnell am eigenen Leib erfahren. In Nullkommanichts standen wir für ein Doppel auf dem Platz. Eine kurze Regel- und Technikeinweisung von Marcus Barth vom TV Hergershausen, einem Ortsteil von Babenhausen, der ebenfalls über ein Beachtennis-Angebot verfügt, und schon wurde es feinsandig. Ok, der Kickaufschlag mit dem ungewohnten Padel ist nicht wirklich eine gute Option. Der Spaß am ungewohnten Spiel stellt sich nach kürzester Zeit dennoch ein. Und das ist noch untertrieben. Die Suchtgefahr, quer in der Luft liegend nach dem Ball zu hechten und sich schweißnass mit Sand zu panieren, ist extrem groß.

Was uns auffällt: Zwar wird verbissen um jeden Punkt gekämpft, doch freut man sich gemeinsam mit dem Gegner über gelungene Schläge und Ballwechsel. Und: Es wird unheimlich viel gelacht. Zudem dürfen natürlich auch die seminützlichen Ratschläge von außen nicht fehlen. Denn wer nicht spielt, macht es sich mit einem Kaltgetränk aus der Kühlbox bequem und kommentiert genüsslich jeden Aufschlag- oder Rückhandfehler – wohlwissend, dass ihn das gleiche Schicksal einige Minuten später ebenfalls ereilen wird. Wir stellen fest, ein wenig Selbstironie und Demut kann beim Beachtennis nicht schaden.

Einziger Wehrmutstropfen ist das Fehlen weiblicher Spieler. Sie sucht man bisher vergebens. Marc Schwinning, 2. Vorsitzender der Tennisabteilung, wundert sich ebenfalls, denn „so schlimm sind wir gar nicht.“ Das können wir nur bestätigen.

Zwei Sätze, drei Getränke und diverse neue Eindrücke später rekapitulieren wir. Wir sind uns schnell mit den Beachboys einig, dass dieser Sport eine wunderbare Zukunft vor sich hat bzw. haben sollte. Unser Ziel: Wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass Beachtennis einer größeren Öffentlichkeit bekannt gemacht wird. Wohlgemerkt nicht als Konkurrenz zum „normalen“ Tennis, sondern als spannende Ergänzung für Vereine, die ihren aktuellen und potenziellen Mitgliedern ein weiteres attraktives Angebot unterbreiten wollen.

Unser letzter Satz klingt dann wie eine Drohung, ist aber gar nicht so gemeint: Wir kommen wieder! Vielleicht schon bald zu einem ersten Beachtennis-Turnier in Leeheim?! In Punkto Gastfreundschaft sind die Jungs auf jeden Fall schon einmal ganz weit vorne.

Nähere Informationen zum Beachtennis-Angebot sowie Kontaktinformationen der Leehmer Beachboys (und hoffentlich bald auch Beachgirls) findet Ihr hier:

Neue Mitspieler*innen sind herzlich willkommen.

Für weitere Fragen wendet Euch bitte an:

Nico Porges
Leiter Vereinssport
Marketing, Kampagnen, Vereinsservice


069 984032 12

Viktoria Anders
Sportentwicklung & Vereinsservice
 


069 984032 19


Beach Tennis – Mehr als nur Tennis im Sand
Beach Tennis hat seinen Ursprung in Italien, genauer an der italienischen Adriaküste. Schon in den 1980er Jahren wurden im Gebiet um Ravenna die ersten Beachfelder gebaut. Zunächst spielten die Einheimischen hier Beachvolleyball. Parallel sieht man Kinder und Jugendliche mit Holzschlägern Beachball spielen. Im Jahr 1988 wird Beachtennis zum ersten Mal als Turnier mit Tennisschlägern und einem 180 Zentimeter hohen Netz am Strand von Grado/Italien gespielt.

Beach Tennis ist eine Mischung aus Tennis, Beachvolleyball und Badminton und punktet mit athletischen und akrobatischen Sprüngen sowie einer mitreißenden Stimmung. Die Regeln sind dabei weitgehend vom Tennis übernommen, die Beinarbeit sowie die Atmosphäre rund um das Spielgeschehen kann man mit der vom Beachvolleyball vergleichen

Gespielt wird auf einem normalen Beachvolleyball-Feld (16 x 8 m) bei einer Netzhöhe von 1,7 m mit Beach-Tennis-Schlägern ohne Bespannung – so genannte Paddles – und drucklosen Tennisbällen vorwiegend als Doppel oder Mixed‑Doppel. Noch ein Vorteil: Beach Tennis ist für Anfänger wesentlich einfacher zu erlernen als beispielsweise Tennis oder Beachvolleyball.

28.06.2021

SUCHE


HTV MOBIL

HTV-App       

Der grüne Verband

HTV Triniti Pro

CORONA

HTV-Tennisreisen

DTB Vereins-Benchmarking

Tageskracher

PARTNER DES HTV

Generali

TennisPoint

Wilson

Patricio Travel

PTS

tennis-nohe