Sport Aktuell

Hessische Meisterschaften Aktive 2022

Tägliches Update: Sarah Gronert und Kai Wehnelt gewinnen Titel

Text: Michael Loeffler

Dreimal stand er im Sommer schon im Finale der Hessischen Meisterschaften, den Titel gewann er dabei nie. Bis jetzt. Im vierten Anlauf hat es endlich geklappt: Der topgesetzte Kai Wehnelt (Wiesbadener THC) gewann in Frankfurt vor etwas über 100 Zuschauern das Herren-Endspiel gegen André Stenger (TC Bad Homburg) 6:1, 7:6 (7:1). "Dieses Endspiel war ein würdiger Abschluss eines gelungenen Turniers", freute sich Turnierleiter René Schäfer, der ankündigte, "nach den guten Erfahrungen, die hier der HTV machen dürfte, nächstes Jahr mit der Meisterschaft wieder beim FTC Palmengarten zu gastieren".

Wehnelts Sieg war völlig verdient. Der Profi stand leistungsmäßig über dem Rest des Teilnehmerfeldes. Auch im Endspiel wirkte er sehr sicher, machte wenig Fehler, schlug gut auf, erlief die meisten Stopps und spielte für seinen Kontrahenten teilweise zu schnell. "Ich mag es, Stopps zu erlaufen. Da kam mir eine seiner besten Waffen sogar entgegen", erklärte der neue Champion, der sich gleich nach der Siegerehrung verabschiedete, um zu einem 25000-Dollar-ITF-Weltranglistenturnier nach Belgien zu fahren. 

Der Überraschungs-Finalist André Stenger, der nach eigenen Angaben das Turnier spielte, "um für die am kommenden Wochenende beginnende Regionalliga Matchpraxis zu bekommen", brauchte wie bei seinen vorhergegangenen Matches einen Satz um ins Spiel zu kommen. "Es war diesmal mehr die Müdigkeit, die ich nach drei anstrengenden Tagen in den Beinen spürte. Mein Körper war angeschlagen." Nachdem er sah, dass er mit seinem Serve-and-Volley-Spiel nicht durchkommt, veränderte er die Taktik und versuchte die Bälle mehr zu platzieren. "Es war aber sehr schwierig, denn Kai spielte viel schneller als meine vorherigen Gegner. Dass er nun im Spiel war, lag daran, dass seine stärkste Waffe, der Aufschlag, im ersten Satz noch wirkungslos, nun hervorragend zur Geltung kam. "Ich wusste nie, wohin er serviert. Das hat mir das Siegen sehr schwer gemacht", so Wehnelt.

Den Titel bei den Damen holte sich die favorisierte Sarah Gronert (Tennis 65 Eschborn), die im Finale die in Mainz lebende Vereinsgefährtin Livia Kraus aus Österreich 6:2, 7:5 bezwang. "Ein gutes Endspiel, das durch die Vorhand und die Aufschläge von Sarah entschieden wurde", sagte HTV-Vizepräsident Michael Otto, der die Siegerpreise überreichte. Das zweistündige Match war durch die große Hitze beeinträchtigt. "Sehr schwere Bedingungen", waren sich die beiden Finalistinnen einig. "Ich war dadurch im Vorteil", meinte die Siegerin. "Weil die Bälle bei dieser Hitze höher sprangen, schneller wurden. Und das kam mir, die kurze Ballwechsel bevorzugt mehr entgegen als der Kämpferin Livia, die vor allem von ihrer starken Laufarbeit lebt." Die Österreicherin hat sich schon nach dem Halbfinale einen Spielplan überlegt. "Konnte ich wegen der Bedingungen aber nicht so richtig anwenden. Ihre Aufschläge waren zu hart, ich konnte sie nur defensiv abwehren. Und meine waren wieder nicht schnell genug, so dass sie Sarah mit ihrer knallharten Vorhand beantworten konnte. Dadurch konnte ich im gesamten Match nur reagieren, ganz selten wie gewünscht agieren. Mit dem Erreichten bin ich aber mehr als zufrieden. Ich habe hier gut gespielt, auf diese Leistung kann ich bei den nächsten Turnieren aufbauen."

Im zweiten Satz gewannen bis 5:5 beide Akteurinnen ihre Aufschläge, wobei Kraus bei eigener 5:4-Führung einige Breakbälle zum Satzgewinn hatte. Dann gelang Gronert ein Break zum 6:5. Das Match beendete sie dann mit ihrer besten Waffe, dem Aufschlag, mit dem sie als letzte Bälle zwei Asse schlug.  "Es war eine schöne Meisterschaft hier. Alles wurde liebevoll organisiert. Und ich habe selten eine so schöne Anlage gesehen, wie diese hier", schwärmte sie nach dem Gewinn, der ihr nebst Titel auch ein Preisgeld von 2000 Euro bescherte.

Text: Michael Loeffler

Das verspricht ein interessantes Herren-Finale zu werden. Bei den Hessischen Meisterschaften auf der Frankfurter Anlage des TC Palmengarten prallen am Sonntag nach dem Damen-Endspiel zwei Tennis-Philosophien aufeinander. Der topgesetzte Kai Wehnelt (Wiesbadener THC) bevorzugt schnelles Power-Tennis, sein erfahrene Widersacher André Stenger (TC Bad Homburg) ist einer der wenigen Serve-and-Volley-Spielers. Beide trafen zuletzt vor drei Jahren aufeinander. Da gewann Wehnelt den entscheidenden Satz im Match-Tiebreak.

Kai Wehnelt bekam im Halbfinale das erste Mal bei diesem Championat ernsthaft Widerstand. Zuvor gab er in zwei Begegnungen erst zwei Spiele ab. Gegen Caspar Schütze (TC Bergen-Enkheim) musste er länger auf dem Court verbringen. Nach einer 5:2-Führung glich der Frankfurter aus, gab den Satz nach einem erneuten Break mit 5:7 ab. Den zweiten Durchgang dominierte dann Wehnelt mit 6:2. "Im ersten Satz habe ich gut serviert, war bei den wichtigen Ballwechsel voll konzentriert. Im zweiten Durchgang blieb es bis 2:2 ausgeglichen, dann ist mir Kai davon gelaufen", beschrieb das Match aus seiner Sicht Caspar Schütze. Wehnelt freute sich weniger über die eigene Leistung ("zwischendurch gab es ein Tief"), als über die Tatsache, dass er bis zum Schluss kämpfte und "zwei Prozent konzentrierter" als sein Gegner war. "Alles egal. Ich bin froh, wieder im Finale zu stehen. Und diesmal muss es auch klappen". Dreimal war Kai Wehnelt bereits Finalist, jedes Mal ging er als Verlierer vom Platz. "In der Halle bin ich schon dreimal Hessenmeister geworden. Nun wird es Zeit, dass es mir auch im Freien gelingt."

Da hat aber André Stenger etwas dagegen. Obwohl der lang gewachsene Routinier am Samstag gegen den ausgeruhten Sebastian Mortier (Eintracht Frankfurt) bei 36 Grad schon sein zweites Match am Tag bestreiten musste, agierte er dank seiner cleveren Spielweise gegen Ende viel aggressiver und frischer als sein um acht Jahre jüngerer Widersacher. Im ersten Satz konnte der Frankfurter mit der langen Topspin-Rückhand das Geschehen bestimmen. "Damit konnte ich ihn unter Druck setzen. Dann war er einfach besser, hat mir keinen Rhythmus gegeben, mir sein Spiel aufgezwungen", analsyierte Sebastian. "Ich brauche immer etwas Zeit, um ins Match zu kommen. Hinzu kam, dass ich mich noch platt vom vorherigen Spiel fühlte", entgegnete Stenger, der sich nach 145 Minuten dank seines Aufschlags, der tödlichen Volleys, der gekonnten Stopps und vor allem dank der größeren Routine mit 1:6, 6:3, 6:2 behauptete.

Statt wie geplant vier wurden am Vormittag lediglich zwei Halbfinal-Begegnungen gespielt. Lars Johann (Wiesbadener THC) klagte schon am Vortag über eine Zerrung, Lukas Storck (Eintracht Frankfurt) meldete sich am Samstag früh aus gesundheitlichen Gründen ab.

Die beiden gespielten Partien verliefen dann einseitig. Kai Wehnelt gab gegen Aryan Saleh (TC Schwalbach) nur ein Spiel ab.  "Ich habe alles gegeben. Aber er hat einen guten Tag erwischt, schlug super auf und übte aus jeder Lage Druck auf", so der 18-Jährige. Entsprechend zufrieden zeigte sich der Titelfavorit. "Das hat gepasst. Ich nicht viel zugelassen."  Spannender verlief das zweite Match. "Meine Schläge haben sich diesmal nicht gut angefühlt. Entscheidend war, dass ich mental stark geblieben bin und doch noch einen Weg zum Sieg fand", beschrieb André Stenger (TC Bad Homburg) seinen 6:1, 7:5-Erfolg über Frode Neumann (Kasseler TC Bad Wilhelmshöhe). Der Nordhesse verlor insgesamt viermal den Aufschlag, Stenger wurde nur einmal gebreakt. "Mein Spiel war nicht perfekt, aber auch nicht schlecht. Er hat super aufgeschlagen. Um ihn zu bezwingen, hätte ich eine optimale Leistung bringen müssen", meinte Neumann.

Bei den Damen ist das Endspiel - wie nach der Absage der beiden Bad Homburgerinnen Kathleen Kanev und Hannah Nagel erwartet - eine rein Eschborner Angelegenheit. Um den Titel kämpfen am Sonntag um 14 Uhr  die topgesetzte Sarah Gronert und die Österreicherin Livia Kraus. "Wir haben einmal gegeneinander gespielt, das ist aber schon sechs Jahre her", sagten die Finalistinnen unisono. Beide kennen sich natürlich aus dem Vereins-Training.

Im Halbfinale musste sich der letzte "Fremdkörper" der internen "Eschborner Vereinsmeisterschaften" verabschieden. Denise Torrealba (THC Hanau) unterlag Gronert 2:6, 2:6. "Sie war für mich zu aggressiv, ich kam aus der Defensive nie heraus. Wenn sie aufschlug, hatte ich überhaupt keine Chance, bei eigenen Aufschlägen hatte ich zumindest eine ausgeglichene Bilanz", sagte Torealba, die mit dem Erreichen der Runde der besten vier sehr zufrieden war. "Damit hatte ich nicht gerechnet. Wegen einer Verletzung und einer anschließenden Krankheit konnte ich drei Wochen lang nicht trainieren, konnte mich insgesamt nur drei Tage auf die Meisterschaft vorbereiten", so die 19 Jahre alte frühere Deutsche U16-Meisterin. Die frühere Weltranglisten-146. Gronert zeigte ihr bisher bestes Spiel bei dieser Meisterschaft. "Ich habe mich wohl gefühlt, konnte mein Spiel durchziehen", freute sich die routinierte Siegerin. Der Aufschlag sowie die Vorhand, beides ihre Paradeschläge, haben bestens funktioniert.

Ihre morgige Gegnerin hat sich viel intensiver abmühen müssen. "Das war extrem hart. Mental wie körperlich", meinte Livia Kraus nach ihrem 6:3, 6:4-Erfolg über Fabienne Gettwart. "Wir spielen ziemlich ähnlich, trainieren ständig zusammen, kennen jeden Schlag der Gegnerin in- und auswendig. Ich wusste, dass ich gut spielen muss, um Fabienne zu schlagen. Mit meiner Leistung war ich zufrieden, auch wenn ich noch etwas aggressiver hätte spielen können. Sarah ist für mich die klare Favoritin. Will ich sie bezwingen, muss ich mich noch einmal erheblich steigern."

Text: Michael Loeffler

Die diesjährigen Hessischen Meisterschaften verlaufen bisher optimal. "Wir haben tollen Sport gesehen, die Spiele verlaufen fair, die Oberschiedsrichter brauchten bisher kaum einzugreifen", freut sich Turnierdirektor René Schäfer, der ein Sonderlob für den Gastgeber FTC Palmengarten übrig hat. "Eine wunderschöne Anlage und Palmengarten-Geschäftsführer Jürgen Hackauff hilft uns sehr. Alles funktioniert bestens."

Für die guten Leistungen bei den Damen sorgen in erster Linie die Regionalliga-Spielerinnen von Tennis 65 Eschborn. Die erste aus diesem Trio, die ins Halbfinale einzog, war die Österreicherin Livia Kraus, die recht locker mit 6:2, 6:3 gegen die Schweizerin Kristina Milenkovic vom gastgebenden TC Palmengarten gewann. "Der Platz war langsam, meine Gegnerin war flott auf den Beinen und spielte viele hohen Bälle. Das alles war für mein schnelles Spiel eher Gift", so Milenkovic. Die Halbfinal-Gegnerin der Österreicherin ist ihre Clubkollegin, die Hessische Hallenmeisterin Fabienne Gettwart. Diese musste gegen Nikol Mircheva (Eintracht Frankfurt) nicht einmal sonderlich kämpfen. "Ich fühlte mich krank, da ging gar nichts", erklärte Mircheva.

Mit Sarah Gronert kam auch die dritte Eschborner Spielerin weiter. "Bis auf eine Phase im zweiten Satz, wo ich die Konzentration verlor, war ich zufrieden. Ich habe viele Winner geschlagen, habe die Begegnung sicher kontrolliert", so die toppgesetzte Gronert nach ihrem 6:2, 4:6, 6:1 über die erst 16 Jahre junge Ukrainerin Daryna Shoshyna.  Im Halbfinale trifft Gronert nun auf Denise Torrealba (THC Hanau), die sich mit 6:3, 6:4 gegen Lisa Schulz (TC Seeheim) behauptete. "Das war ein gutes Match von beiden", meinte Denise Torrealba. Lisa hat um jeden Ball gekämpft, hat gute Winkelbälle geschlagen und Druck aufgebaut. Ich habe zwar aggressiv gespielt, habe aber auch versucht, variabler zu spielen, was mir gut gelang. Meine Stopps und der Slice haben ihr Schwierigkeiten bereitet. Mein Aufschlag funktioniert sehr gut", so die Neu-Isenburgerin .

Bereits im Achtelfinale mussten zwei gesetzte Spielerinnen die Segeln streichen. Theresa Piontek (TC BW Wiesbaden) schied gegen die Ukrainerin Daryna Shoshyna (TC Schwalbach) mit 6:3, 5:7, 2:6 aus. "Im zweiten Satz hätte ich 3:0 führen können, ließ die Chancen aber aus, so dass es 1:2 stand. Dennoch hatte ich einen Matchball, spielte den Ball aber zu vorsichtig, so dass sie leicht den Punkt machen konnte. Mit zuznehmender Dauer wurde sie immer sicherer, machte nur ganz wenige Fehler. Gegen Ende der zweieinhalbstündigen Hitzeschlacht war ich stehend K.o.", erklärte Piontek. Noch eine halbe Stunde länger kämpften die an Position 4 gesetzte Hallen-Finalistin Lilly Schultz (TC Schwalbach) und Lisa Schulz (TC Seeheim). "Wer als erste Mut bewies, machte meistens den Punkt. Im dritten Satz war ich es, die meistens als erste konsequent die Initiative übernahm", beschrieb Lisa ihren 6:3, 3:6, 6:3-Erfolg. Am schnellsten fertig wurde die Schweizerin Kristina Milenkovic, die auf ihrer Club-Anlage Alicia Eberwein (Wiesbadener THC) in nur einer Stunde bezwang. "Es war keineswegs so einfach, wie es das 6:0, 6:2 vermuten lässt. Meine Gegnerin schlug harte Bälle, war in ihrer Spielanlage recht unberechenbar. Aber die hohen Bälle, die ich ihr offeriert hatte, schmeckten ihr nicht. Ich habe solide aufgeschlagen, eine konstante Leistung gebracht." Konstant, mit wenigen Fehlern und mit guter Länge behauptete sich auch Livia Kraus (Tennis 65 Eschborn) gegen die ein wenig ungeduldig wirkende Kronbergerin Cora Barber. Die topgesetzte Sarah Gronert (Tennis 65 Eschborn) bekam von der konzentirert spielenden Veena Nazar (SC SaFo Frankfurt) einen Satz lang harten Widerstand. Dann verbesserte die Favoritin ihren Aufschlag, streute in ihr Spiel gekonnte Stoppbälle und ließ der mit zunehmender Spieldauer abbauenden Gegnerin keine Chance mehr. Das optisch schönste Achtelfinal-Match lieferten sich Fabienne Gettwart (Tennis 65 Eschborn) und Luisa Hrda (TC Bad Vilbel). Dass das Resultat eindeutig (6:2, 6:1) ausfiel, war durch die gesundheitliche Probleme von Luisa bedingt. Bereits bei ihrem Auftaktmatch am Donnerstag wurde sie von schlimmen Krämpfen geplagt. Bei der heutigen Anreise nach Frankfurt musste sie gar eine Pause einlegen, konnte wegen der Krämpfe nicht sofort weiter fahren. "Ich habe gleich gemerkt, dass sie nicht voll laufen kann, habe deshalb viele Stopps gespielt, die sie nicht erlaufen konnte", so Gettwart. Dennoch war es eine technisch hochklassige und variable Begegnung mit Drive, Topspin, Slice und Volleys auf beiden Seiten. 

Die Auslosung der auf der Anlage des TC Palmengarten durchgeführten Hessischen Meisterschaften bescherte den Herren schon im Achtelfinale einige interessante Duelle, die mit dem Scheitern von gesetzten Spielern endeten. Das bisher mit Abstand beste und abwechslungsreichste Match der Meisterschaft sahen die Zuschauer auf Platz 3. Routinier André Stenger (TC Bad Homburg) bezwang den an Position 2 gesetzten Teamgefährten Neo Niedner 4:6, 7:6, 7:6. Beide Akteure spielten sehr variabel, machten auch viele Punkte am Netz. Weil Stenger aber mit dem Topspin des jungen Niedner Probleme hatte, konnte er zunächst nicht wie üblich reines Serve-and-Volley-Spiel aufziehen. Niedner wiederum hatte Probleme, einen Spielrhythmus zu finden. "Ich spiele außer der Medenrunde kaum noch, kann mich nicht auf lange Ballwechsel einlassen. Mein Spiel ist es, die Ballwechsel kurz zu halten, dem Gegner den Rhythmus zu nehmen", so Stenger, dem es vor allem in der Schlussphase des zweiten Satzes sehr gut gelang. Erst machte er trotz eines Rückstandes das 6:6, dann dominierte er im Tiebreak. Im dritten Durchgang gewannen beide seine Aufschläge. Im entscheidenden Tiebreak gelangen Neo ein Ass und ein Volley zum 2:1, danach beherrschte das Spiel aber der erfahrene Stenger, der die gegnerischen Schläge sehr tief mit der Rückhand blockte, gekonnte Stopps spielte, hervorragend aufschlug und am Netz jeden Flugball verwandelte.

Ein Kasseler Duell lieferten sich Can Franke und Frode Neumann, beide vom TC Bad Wilhelmshöhe. "Es war eng. Wir kennen uns gut, trainieren zusammen. Ich war im ersten Satz gut drauf, danach war Can der bessere Mann. Im dritten Satz bekam er Krämpfe, hat es noch versucht, konnte aber nicht bis zum Ende durchhalten", kommentierte Frode das von Franke bei Neumanns 7:5, 3:6, 5:3-Führung  aufgegebene Match. Der Gewinner fordert nun Stenger heraus.

Zu einem rein Frankfurter Viertelfinal-Duell kommt es zwischen Lukas Storch und Caspar Schütze. Der Routinier von Eintracht Frankfurt brauchte auch diesmal in der Hitze nicht allzu lang, um dank seines variablen Spiels den Court gegen Tim Fischer (TC RW Sprendlingen) schell wieder verlassen zu können. Schütze vom TC Bergen-Engeim bezwang wiederum ein wenig überraschend den zu passiv und zu fehlerhaft agierenden gesetzten Oliver Tobisch (TV Rüsselsheim-Hassloch) 6:4, 6:2. Lars Johann (Wiesbadener THC) lieferte sich mit Le Enrico Hao (Kasseler TC) viele lange Ballwechsel, freie Punkte gab es auf beiden Seiten selten. Ausschlaggebend für das 6:4, 7:5 war, dass der Nordhesse etwas mehr Fehler als der siegreiche Johann machte. Dessen Viertelfinalgegner ist Sebastian Mortier (Eintracht Frankfurt), der den gesetzten Joel Link (TC Bad Vilbel) mit 6:1, 7:5 aus dem Wettbewerb warf. "Im ersten Durchgang bin ich gut draufgegangen, im zweiten wurde Joel dann stärker", so der Eintrachtler. Beide spielten nur harte Bälle, Joel flach, Sebastian mit Spin. Am Ende entschied wohl die geringere Fehlerquote.

Das mit großer Spannung erwartete Duell fand ein vorzeitiges Ende. Calvin Müller (TC Bad Vilbel) zog sich bereits beim ersten Punkt eine Zerrung im Adduktorenbereich zu und gab gegen seinen Freund und Trainingsparter Kai Wehnelt (Wiesbadener THC) nach dem ersten Satz auf. Den topgesetzten Wehnelt fordert heute um 10 Uhr Aryan Saleh (TC Schwalbach) heraus. Um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren musste er in der Mittagshitze drei Stunden lang kämpfen, ehe er Daniel Grey (Eintracht Frankfurt) 3:6, 6:2, 6:1 bezwang. "Wir kennen uns bestens, sind Kollegen im College-Team von Detroit. Das Spiel war viel ausgeglichener, als es das Ergebnis aussagt. Daniel hatte sich über 30 Breakbälle erspielt. Ich konnte aber im richtigen Moment gut aufschlagen, behielt auch stets die Nerven. Am Ende war wohl meine beste Waffe entscheidend: Die ausgezeichnete Fitness", so der Gewinner.

Text: Michael Loeffler

"Die Meisterschaft ist gut besucht. Vor allem bei den Damen ist viel Qualität am Start. Es ist schön, auf einer so tollen Anlage spielen zu können. Schon die 1. Runde brachte einige gute und spannende Matches. Es war ein schönes Feiertagsvergnügen für die Zuschauer wie auch für die Aktiven", freute sich HTV-Präsident Kai Burkhardt über den gelungen Auftakt.

Als erste Siegerin beendete ihr Match Carina Sommer, die nach nur 43 Minuten Spielzeit Annik Freund (TC Schwalbach) mit 6:0, 6:0 bezwang. "Gutes Match zum Warmwerden", meinte die Hessenligaspielerin vom TEVC Kronberg.

Es gab aber auch sehr spannende Duelle: So auch auf Platz 2, direkt vor den Augen der Zuschauer. Cora Barber (TEVC Kronberg) setzte sich dank der solideren Schläge mit 7:5, 6:3 gegen Pauline Bruns (TC Bad Homburg). Im ersten Satz führte Bruns vor allem dank ihrer starken Rückhand, mit der sie eins ums andere Mal punkten konnte, 5:3. Doch von da an beherrschte Barber das Geschehen. Weil sie in entscheidenden Momenten wenig Fehler machte und mit guten Winkelschlägen die Gegnerin ausspielen konnte. Drei Sätze mussten in der gegen Mittag aufgekommenen Hitze Veena Nazar (SC SaFo Frankfurt) und Lisa Krupkat (TV Hausen) spielen. Im teilweise hochklassigen Duell zweier auf Augenhöhe agierenden Linkshänderinnen schlug Lisa besser auf, doch am Ende waren es die klügere Spielweise und die gekonnten Stoppbälle von Veena, die für den 6:2, 4:6, 6:2-Erfolg verantwortlich zeichneten. Lisa Schulz (TC Seeheim) ärgerte sich nach ihrem 6:3, 6:3-Sieg ebenso wie die unterlegene Svea Voigt (TV Buchschlag) den nicht funktionierten Aufschlag. "Dadurch gab es zahlreiche Breaks auf beiden Seiten. Im ersten Satz waren wir beide nervös. Im zweiten Durchgang konnte ich mehr Druck ausüben und mit 4:1 in Front gehen. Dann hat mir Svea ihr Topspinspiel aufgedrängt. Erst nach dem 4:3 wurde ich wieder druckvoller. Es war aber ein hartes Stück Arbeit", so Schulz. Das längste Match lieferten sich Luisa Hrda (TC Bad Vilbel) und Lisa Rauch (TC Olympia Lorsch). Eineinhalb Stunden nach dem Spielbeginn fehlte Luisa ein Spiel zum Sieg. Doch dann bekam die spielerisch deutlich überlegene Hrda Krämpfe. Eine weitere Stunde danach war es Lisa, die bei eigener 5:2-Führung im dritten Satz kurz vor dem Einzug in die 2. Runde stand. Aber es sollte 3:40 Stunden dauern, ehe Luisa Hrda mit einem kurzen Crosschlag auf die Linie den Tiebreak mit 7:3 für sich entschied. "Noch vor einem Jahr hätte ich aufgesteckt. Aber das College-Tennis in den USA ist etwas anderes. Da gibt man nicht auf", so die Siegerin, die statt des Aufschlags nur "Einwürfe" machte ("Ich konnte nicht hochspringen"), seitlich nicht laufen konnte, aber dank ihrer spielerischen Überlegenheit dennoch gewann.

Auch bei den Herren gab es einige unerwartet enge Matches. André Stenger (TC Bad Homburg) kam gegen den Qualifikanten Reinhard Bengt (TC GW Fulda) ganz schlecht ins Spiel. "Zu Beginn habe ich mich auf dem Platz nicht wohl gefühlt. Mein Gegner bewegte sich sehr gut, hatte Länge in seinen Schlägen. Doch mit zunehmender Dauer setzte sich mein variables Spiel durch. Reinhard hat nachgelassen, ich konnte mein Serve-and-Volley-Spiel besser anwenden. Am Ende entschied wohl meine Erfahrung", kommentierte der Bad Homburger seinen 1:6, 6:3, 6:1-Sieg. Sebastian Mortier (Eintracht Frankfurt) musste gegen Yannick Schmidl (TV Rüsselsheim-Hassloch) nur bis zum Tiebreak des ersten Satzes kämpfen. "Im Tiebreak machte mein Gegner plötzlich viele Fehler. Ich wechselte die Seiten bei eigener 6:0-Führung, gewann 7:1." Im zweiten Satz gab der Adlerträger  kein Spiel ab. Sein Teamkollege Dominik Fritsche kam nach überstandener Corona-Erkrankung schon geschwächt auf die Anlage, gewann noch den ersten Satz, doch nachdem sich dann noch Bescherden im Oberschenkel gemeldet hatten, gab es gegen Frode Neumann (Kasseler TC Bad Wilhelmshöhe) auf. "Bin ich froh, dass ich nicht drei Sätze spielen musste", sagte Lukas Storck (Eintracht Frankfurt) nach seinem 6:2, 6:3 gegen Darius Balan (TC BW Wiesbaden). "Eine ordentliche Leistung. Ich war der aggressivere Spieler, konnte auch mehr Winner schlagen", so der Routinier. "Gute Aufschläge, Konzentration und Ruhe behalten", nennt Caspar Schütze (TC Bergen-Enkheim) die Gründe für seinen 6:1, 6:4-Erfolg über Janis Jason (TC BW Bad Soden). Am längsten auf dem Platz standen Calvin Müller (TC Bad Vilbel) und der als Lucky Loser ins Feld gekommene Lokalmatador Laurens Harnoth Marnubia vom Ausrichter FTC Palmengarten. Auch wenn der Sieger mit Ausnahme einer Schwächeperiode, während der sein Widersacher von 0:5 auf 4:5 herankommen konnte, doch überlegen war. Aber beide Kontrahenten spielten einen ähnlichen Stil, so dass es sehr lange Ballwechsel gab. "Es war ein typisches Erstrundenmatch. Da fehlt manchmal noch das Timing. Die Bälle sprangen sehr hoch, da war es für mich schwierig, richtig drauf zu gehen. Aber bis auf die kurze Phase Mitte des ersten Satzes war ich mit mir zufrieden", beschrieb Calvin seinen 6:4, 6:1-Erfolg.

Zufrieden mit dem ersten Tag war auch TC Palmengarten-Geschäftsführer Jürgen Hackauff. "Es verlief alles harmonisch, es gab keine Probleme. So soll es auch die nächsten Tage bleiben." Am Freitag starten um 10 Uhr die Damen mit dem Achtelfinale, anschließend die Herren. Und am Nachmittag steigt dann sofort das Viertelfinale der Damen.

20.06.2022

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