Ausbildung Aktuell

2. Trainerworkshop anlässlich des ITF Jugendturniers in Offenbach

Unterschiede bei der Vorhand im weiblichen und männlichen Leistungsbereich

Der zweite von insgesamt sechs geplanten Trainerworkshops bei hessischen Weltranglistenturnieren fand am Viertelfinaltag des ITF Jugendturniers in Offenbach statt. Ausbildungsleiter Michael Kreuzer stellte technische und taktische Elemente des Vorhandschlages im Weltklassetennis vor. Biomechanische Betrachtungen zeigen deutliche Unterschiede zwischen Damen- und Herrentennis.

Workshops parallel zu hochkarätigen Turnieren haben den großen Vorteil, dass angebotene Theorien sofort auf ihre Gültigkeit überprüft werden können. Die Teilnehmer des Workshops hatten nach der theoretischen Einführung die Möglichkeit internationale Jugendspieler zunächst beim Training und kurz danach unter Wettkampfbedingungen beobachten zu können.

Die Vorhand wurde eingehend  analysiert - über 60% aller Gewinnschläge im Profibereich werden mit der Vorhand erzielt - aber auch alle anderen Schläge und deren taktische Anwendung fanden große Bewunderung. Das lag auch an den intensiven Begegnungen an diesem Tag. Das hochklassige Spiel der druckvoll agierenden jungen Chinesin Xin Yu Wang gegen die sehr variabel antwortende Jule Niemeier (TC Bad Vilbel) war ein gutes Beispiel für mögliche taktische Strategien. Die Durchsetzungsfähigkeit eines taktischen Plans hängt immer von der technischen Güte der zur Verfügung stehenden Mittel, also der einzelnen Schläge ab. Das Techniktraining hat die Aufgabe die Schläge situativ einsetzbar und stressresistent zu machen.

Das man den Punkt im jugendlichen Leistungstennis nicht mit "zweimal über das Netz" gewinnt, wurde in der Begegnung von Marvin Möller gegen den Australier Thomas Bosancic deutlich. Lange Ballwechsel, immer weiter zum Ziel arbeitend und am Ende ein glatter Erfolg, der sich bei genauerer Analyse als akribische und seriöse Arbeit darstellt, die alles andere als ein Selbstläufer ist. Wer den dafür notwendigen Aufwand im Training und im Wettkampf nicht auf sich nimmt, gewinnt nicht die entscheidenden Punkte, um häufig nur etwas besser zu sein als der Gegner.

Die Teilnehmer des Workshops waren angetan von den Leistungen der jungen Damen und Herren. Als Dank für die freiwillige Weiterbildung, auch zwei Kaderspieler ließen sich unterrichten, sprach Turnierdirektorin Uta Tschepe eine Einladung zum Mittagessen aus. Nicht lange danach sah man die meisten schon wieder beim Beobachten und Analysieren oder einfach das gute Tennis genießen.

Titelfoto © Hikmet Temizer

21.06.2017

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