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Le Petit Tennis - Premiere in Deutschland

Le Petit Tennis - Premiere in Deutschland

In Bad Homburg wurde ein neues Lehrprogramm vorgestellt

Der Ball ist gerade mal von der Größe eines Eis vom Vogel Strauss, aber nur 61 Gramm schwer. Das Netz ist ein wenig höher als beim Tischtennis. Bad Homburg  war der Schauplatz der Deutschland-Premiere einer Initiative, die bereits in über 20 Ländern gut angekommen ist: Kinder im Vorschulalter zwischen drei und fünf Jahren spielerisch und dennoch methodisch zu mehr Bewegung und Sport, in diesem Fall Tennis heranzuführen.

Vor den Halbfinalbegegnungen der hessischen Titelkämpfe auf der Anlage des TC Bad Homburg am 9. Juni demonstrierte Jean-Philippe Fleurian sein Lernprogramm, das er als „Le Petit Tennis“ vermarktet. Das „Starter-Kit“ hatte er mitgebracht und nach seiner Demonstration gleich da gelassen. Weil es nicht nur Dirk Hordorff, den Präsidenten des Hessischen Tennis-Verbandes überzeugt hat. Vor allem jene Kinder, die am Samstag auf Fleurians Rollen-und Abenteuergeschichten eingingen.

Fleurian, ein ehemaliger französischer Profi der ATP-Tour führt den Nachwuchs altersgemäß an den Tennissport heran. „Wir müssen uns als Sportart verkaufen, Tennis sollte von Kindern als Spaß wahrgenommen werden“, wünscht sich Hordorff. Fleurian gelingt es. Er hat eine Bodenmatte dabei mit Abbildungen, auf die der Nachwuchs anspricht: Krokodil, Krebs, Qualle inmitten der Farbe blau, dem Wasser. Dort gibt es Inseln beiderseits des Netzes,  auf die sich Kinderbeine flüchten können. Hüpfen wie ein Frosch oder Affe, fordert der Tennislehrer. Eine Jogging-Runde, die auf Kommando mit dem Sprung auf die Insel unterbrochen wird. Auf sein Geheiß imitieren die Arme den Rüssel eines Elefanten. Auf der anderen Seite des Netzes steht ein Dreikäsehoch und spielt den Ball per Schläger zum Elefanten, der den Ball fangen soll. Eines von diversen Rollenspielen, die auch als Video zum Nachmachen vermittelt werden. Mit Hilfe von Multimedia wird eine Idee unterstützt, für die es keinen Tennisplatz braucht. Ein Raum im Club,  in der Kita oder das Wohnzimmer reicht aus, um Einsteiger ganzjährig Spiel und Spaß zu vermitteln. Der Erfolg, da gibt sich Erfinder Fleurian keinen Illusionen hin, ist abhängig von der Umsetzung durch Eltern und Lehrer. Die Initiative „Le Petit Tennis“ jedenfalls kam auf Anhieb gut an beim HTV.

Vielleicht wird man hier bundesweit zum Trendsetter auch für andere Landesverbände. Der Preis für das Starter-Kit: 300 Dollar. „Die Kinder“, so weiß Fleurian aus Erfahrungen, die er seit einem Jahrzehnt gemacht hat, „werden bald lernen Tennis spielen zu können, ohne es wirklich zu merken.“ 2013 ist seitens des DTB zum „Jahr des Schultennis“ ausgerufen worden. Vielleicht eignet sich „Le Petit Tennis“ auch Hierzulande  als Sprungbrett für eine Zukunft, die auf Zuwachsraten baut. 

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