Sport Aktuell

Davis Cup-Team unterliegt Spanien denkbar knapp

Tim Pütz zeigt Weltklasseleistung im Doppel

Der Traum vom ersten Halbfinale seit 2007 hat sich für die deutsche Davis Cup-Mannschaft nicht erfüllt. In der Stierkampfarena von Valencia unterlag das Team um Kapitän Michael Kohlmann vor 8.000 Zuschauern in einer umkämpften Begegnung Spanien mit 2:3.

Das deutsche Davis Cup-Team hat den Einzug in das Halbfinale des Nationenwettbewerbs knapp verpasst. Trotz eines couragierten Auftrittes musste sich die Mannschaft des Deutschen Tennis Bundes in der Stierkampfarena von Valencia starken Spaniern am Ende mit 2:3 beugen.

Dabei war das Team von Kapitän Michael Kohlmann nach dem sensationellen Doppelerfolg von Jan-Lennard Struff und dem Frankfurter Tim Pütz zunächst mit einer 2:1-Führung in den entscheidenden dritten Spieltag der Partie gestartet. Doch am Ende war die Jagd nach dem dritten Punkt für die deutsche Mannschaft trotz großer Kraftanstrengungen und einer starken kämpferischen Leistung von Philipp Kohlschreiber nicht von Erfolg gekrönt.

Alexander Zverev (ATP 4) hatte es im Duell der beiden Spitzenspieler zunächst mit der spanischen Nummer eins Rafael Nadal (ATP 1) zu tun. Gegen den besten Sandplatzspieler der Welt konnte der junge Deutsche jedoch nicht viel ausrichten. Der Mallorquiner dominierte das Match besonders im ersten Durchgang fast nach Belieben, profitierte dabei jedoch auch von zahlreichen unerzwungenen Fehlern seines Gegners. Auch wenn sich Zverev im Matchverlauf steigerte, reichte es nicht, um den zehnfachen French Open-Sieger wirklich zu gefährden. So stand es nach einer Spielzeit von zwei Stunden und 15 Minuten 1:6, 4:6, 4:6 aus Sicht von Zverev – und 2:2 nach Punkten.

Die Entscheidung musste also im abschließenden Einzel zwischen Philipp Kohlschreiber (ATP 34) und David Ferrer (ATP 33) fallen. Die Begegnung der beiden erfahrenen Spieler – Ferrer ist 36 Jahre alt, Kohlschreiber zwei Jahre jünger – erwies sich vom ersten Schlag an als ein Duell auf Augenhöhe.

Der erste Durchgang ging nach einer Stunde und fünf Minuten im Tiebreak mit 7:1 an den Spanier. Satz zwei konnte Kohlschreiber mit 6:3 für sich entscheiden. Der dritte Durchgang war ebenso umkämpft wie der erste – und wieder hatte David Ferrer im Tiebreak die Nase vorn und auch das nötige Quäntchen Glück, denn beim Satzball profitierte er von einem Netzroller. Auch im vierten Satz setzte sich das Wechselspiel fort, Kohlschreiber gelang mit 6:4 erneut der Satzausgleich. Auffrischender Wind machte jetzt beiden Akteuren das Leben schwer, neben aufgewirbeltem Sand wurde auch die Flugkurve vieler Bälle auf unvorhersehbare Weise verändert.

Der finale Durchgang entwickelte sich ebenso wie seine Vorgänger schnell zu einem Krimi. Nach einem 0:2-Rückstand zu Beginn breakte Philipp Kohlschreiber schnell zurück. Der Deutsche ging wenig später sogar mit 5:4 in Führung und war zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt. Doch das Momentum drehte sich erneut, der Lokalmatador David Ferrer schaffte – angefeuert von 8.000 frenetischen Zuschauern und einer Blaskapelle – den Ausgleich zum 5:5. Das anschließende Break besiegelte die hauchdünne 6:7, 6:3, 6:7, 6:4, 5:7-Niederlage von Philipp Kohlschreiber.

Damit sind die Spanier zuhause weiterhin ungeschlagen, die letzte Niederlage datiert aus dem Jahr 1999. Im Halbfinale treffen sie auf Frankreich, für die deutsche Mannschaft ist die Davis Cup-Saison 2018 beendet.

Titelbild © Frank Molter und Paul Zimmer

09.04.2018

tennis-nohe Topsin Tennis Versand