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Davis Cup Relegation in Portugal

Tim Pütz im Interview

Der HTV ist stolz auf Tim Pütz, der zum ersten Mal in seiner Karriere für den Davis Cup nominiert wurde. Jahrelang spielte er für die 1. Mannschaft von Eintracht Frankfurt und fühlt sich in seiner Heimat immer noch am Wohlsten. Wir wünschen Tim für das anstehende Wochenende viel Erfolg mit dem deutschen Davis Cup-Team. Der Davis Cup-Neuling spricht im Interview in Portugal über das Gefühl nach der Nominierung, seine Leidenschaft für Teamwettbewerbe, seine Zeit am College in den USA, seine Vorbilder, erste Schläge als Kind und Boris Becker.

Tim, waren Sie sehr überrascht, als Michael Kohlmann Sie Anfang vergangener Woche informierte, dass Sie in Portugal zum deutschen Davis Cup-Team gehören würden?

Ich war sehr, sehr happy. Ich wusste, dass es im Gespräch war, dass es eine Option ist. Als das definitive „Ja“ von Kapitän Michael Kohlmann kam, habe ich mich sehr gefreut. Der Davis Cup ist ein Traum für mich.

Sie wurden kürzlich mit dem TC Blau Weiß Halle Deutscher Meister, haben früher am College in den USA gespielt. Sind Sie ein Teamplayer?

Auf jeden Fall. Seit ich professionell Tennis spiele, merke ich umso mehr, dass es mir extrem viel Spaß bringt, in der Mannschaft zu spielen – wenn man noch für andere Leute gewinnt, nicht nur für sich selbst. Die Zeit in den USA war ohnehin eine Besondere. Kann jedem Jugendlichen empfehlen, diese Erfahrungen selbst zu sammeln. Für mich war das College eine perfekte Vorbereitung auf das ganze Leben.

Sie spielen regelmäßig mit Jan-Lennard Struff Doppel, gewannen am vergangenen Wochenende sogar einen Titel gemeinsam beim Challenger in Genua. Warum harmonieren Sie so gut?

Wir verstehen uns sehr gut – auf dem Platz und auch privat. Wir kennen uns seit vielen Jahren, hatten immer einen engen Draht, haben bei Turnieren Zimmer geteilt. Das hilft, weil wir dadurch auf dem Court natürlich Spaß haben. Hinzu kommt, dass wir von der Spielart ganz gut zusammen passen.

Wie sind Sie zum Tennis gekommen?

Mein Vater ist Tennislehrer. Ich hatte schon als Kind großen Spaß, habe stundenlang an der Ballwand gespielt, während meine Eltern Punktspiele zu bestreiten hatten.

Wo sehen Sie Ihre Stärken auf dem Court?

Meine größte Stärke ist, dass ich keine wirkliche Schwäche habe. Ich verfüge nicht über einen unglaublichen Aufschlag, eine unglaubliche Vorhand oder Rückhand. Aber es gibt auch nichts, was ich gar nicht kann. Ich biete keinen Angriffspunkt, kann mich auf alles einstellen, habe ich gutes Spielverständnis und Spielwitz.

Sie sind ein guter Doppelspieler – haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, sich ganz auf das Doppel zu spezialisieren?

Darüber nachgedacht habe ich – aber bis jetzt bin ich ehrlich gesagt nicht bereit, auf das Einzel zu verzichten. Doppel bringt mir großen Spaß, ich bin ehrgeizig, möchte gewinnen. Aber ich war bisher selten auf Turnieren, nur um Doppel zu spielen. Ich sehe mich nach wie vor als Einzelspieler. Gerade im Hinblick auf das Training bin ich „Einzelfan“. Im Doppel kommen viele Qualitäten zu kurz, Fitness, körperliche Aspekte. Das würde mir fehlen, wenn ich nur noch Doppel spielen würde.

Was sind Sie privat für ein Typ?

Ein relativ entspannter Typ (lacht). Ich bin sehr gern zuhause, fast zu gern für diesen Beruf. Ich treffe mich gern mit Freunden, führe ein normales Leben. Früher hatte ich an fast allen Sportarten großen Spaß, von Handball, Fußball, Leichtathletik, Badminton, Tischtennis, Karate – ich habe eigentlich alles gemacht. Heute ist es nach wie vor so: Ich bin keiner, der nur auf der Couch hängt in seiner Freizeit und Fernsehen guckt.

Am Mittwoch stößt Boris Becker zum Team. Hatten Sie schon Kontakt zu ihm?

Wir haben uns schon ein paar Mal gesehen. Das erste Mal bewusst getroffen haben wir uns 2014 in Wimbledon. Er war mit Novak Djokovic dort, ich hatte mich für das Hauptfeld qualifiziert und sogar eine Runde gewonnen, war damals also auch auf der Hauptanlage unterwegs. Wir haben auch ein paar Worte gewechselt. Also er weiß, wer ich bin – und ich weiß auch, wer er ist (lacht).

Titelbild © DTB

12.09.2017

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